



Geschichte des Charlottenhauses auf dem Dolmar
Eine Geschichte von Entstehen - Vergehen und wieder Entstehen
Auf den folgenden Seiten erfahren sie mehr über das Leben auf dem Dolmar, die wechselvolle Geschichte des Charlottenhauses
(seit 1882 heißt das Haus Charlottenhaus)

befestigte Höhensiedlung "Dolmar"
Befestigte Höhensiedlung „Dolmar“
Das Gipfelplateau des 740 m hohen Zeugenberges wird von einer
ca. 500 x 180 m großen, ovalen Wallanlage umgeben, die ca. 7,3 ha geschützter Innenfläche einschließt.
Durch das Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie
in den Jahren 1994 und 2006 angelegte Wallschnitte erbrachten den Nachweis einer zeit- und kulturtypisch in Stein und Holz aufgeführten Befestigungskonstruktion. Über befundgebundene Keramik ergibt sich
eine Datierung in die ältere vorrömische Eisenzeit (7./6. Jahrhundert v. Chr.).
Im Umfeld der Befestigung befinden sich Quellen sowie mittelalterlich-frühneuzeitliche Ackerterrassen.
Quelle TLDA

So könnte es vor ca. 2000 Jahren auf dem Dolmar ausgesehen haben

aktueller Lageplan der Wallanlage der befestigten Höhensiedlung "Dolmar"
Quelle 2025 © Thüringisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie

Anfang der Bebauung in der Neuzeit
Nach dem Tod von Graf Georg Ernst von Henneberg am 27.12.1583 fiel die Grafschaft, durch den Kahleer Vertrag von 1554 geregelt, an die beiden konkurierenden Adelshäuser der Ernestiner in Weimar und Gotha sowie den Albertinern in Dresden. Wir sehen hier Herzog Moritz von Sachsen-Zeitz der einmal im Jahr auf dem Dolmar Jagden abhielt und von der Rundumsicht auf dem Berg begeistert war.
Aus diesem Grund plante und errichtete (bzw. ließ errichten) der Fürst ein Jagdschloß auf dem Dolmar.
Das erste "Dolmarhaus" wird errichtet
Ob es den Plänen entsprechend errichtet wurde, ist nicht überliefert, wir wissen aber welche Frondienste von den Bewohnern der Region gefordert wurden.
Weiterhin ist überliefert das die Bauqualität nicht die beste war.
Es regnete durch das Dach und zog durch die Wände.
Offensichtlich hatte der Planer und Bauherr die Wettersituation auf einem 740m hohen Berg zwischen Rhön und Thüringer Wald nicht richtig eingeschätzt. (so etwas soll heute noch vorkommen, oder waren dies die Anfänge des Fachkräftemangels?)
1727 erbarmte sich eine höhere Gewalt, welche ist nicht überliefert, und setzte durch einen Blitzschlag das Haus in Brand und zerstörte es völlig.


150 Jahre später...
Der Dolmar wurde im Laufe der Zeit, besonders von Meiningen aus, immer mehr besucht und das Bedürfnis nach einer Unterkunft wurde größer.1878 regte der Kreisgerichtsrat Maaser den Bau eines Hauses auf dem Dolmar an.
Es wurde ein Ausschuss von Honorationeren (darunter Adolph Schaubach) gebildet. Baurat Doebner entwarf das Haus und und im Mai 1879 erteilte der Landrat von Schleusingen die Baugenehmigung. Der Grund und boden wurde vom preußischen Staat für jährlich 50 Pfennige gepachtet.Das Projekt wurde schließlich vom Zweigverein Meiningen des Thüringer Waldverein 1880 e.V. realisiert.Die Baukosten beliefen sich auf 3.755 Mark.
Charlottenhaus
Das Haus wurde am 21.9.188210. September 1882 feierlich eingeweiht.
Die Namensgeberin war Prinzessin Charlotte - Tochter des Kaisers Freidrich III. und Gemahlin des Erbprinzen Bernhard von Sachsen-Meiningen

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Eine peinliche Überraschung erlebte der Thüringerwaldverein, als im Jahr 1907 die preusische Regierungden Pachtvertrag auf den Grund und Boden nicht verlängerte.
Wer der "menschenfreundliche" Berater der Regierung war, mag dahingestellt bleiben. Da das Haus nicht weggetragen werden konnte, ging es in den Besitz des preusischen Staates über und es bedurfte größter Mühe, die preusische Regierung zu veranlassen, wenigstens auch die Restschuld zu übernehmen.
Im November 1908 wurde durch eine Kabinettsorder des Königs von Preußenverfügt, daß der Betrag, 1.250,00Mrk, dem Thüringerwaldverein Meiningen überwiesen werden sollte.